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Am vergangenen Wochenende (24.01.-26.01.2020) haben die zwei Deutsch-Leistungskurse sowie einige Schüler aus den Grundkursen des 12. Jahrgangs einen Ausflug in das in Thüringen gelegene Weimar unternommen. Aufgrund des u.a. literarisch-historisch bedeutenden Hintergrundes der Stadt hat sie uns einen interessanten Einblick in die deutsche Literaturgeschichte gegeben.  Nach der Anreise wurden wir durch die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek geführt, welche uns durch eine schmuckvolle, edle Einrichtung beeindruckte. Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich und besitzt Sammlungen vom 9. bis zum 21. Jahrhundert und wird stetig ergänzt.  Am Samstag standen zuerst die Ausstellung „Lebensfluten – Tatensturm“ des Goethe-Nationalmuseums sowie eine Besichtigung des früheren Wohnhauses Goethes auf dem Programm. Hier konnten wir auf interessante Art und Weise eine genauere Vorstellung des Lebens und der Werke eines der bedeutendsten Schriftsteller der deutschen Geschichte erhalten. Besonders Goethes Wohnhaus hat uns geholfen, einen etwas tieferen Bezug zu seiner Person zu erlangen, da uns die ausgestellten Originale und der Audio-Guide Einblicke in seinen Lebensstil geliefert haben. Anschließend besichtigten wir das sogenannte Schillerhaus, welches das damalige Wohnhaus der Familie Schiller war und sich heute im unmittelbaren Zentrum Weimars befindet. Schnell stellten wir fest, welche bedeutenden Unterschiede es finanziell zwischen Friedrich Schiller und Johann Wolfgang v. Goethe gab. Ebenfalls lernten wir deren verschiedene Lebensweisen genauer kennen.  Im späteren Verlauf des Tages führte es uns in das zentral gelegene Wittumspalais. Dieses Gebäude war langjähriger Witwensitz der Herzogin Anna Amalia und bildete zu ihren Lebzeiten ein Zentrum des gesellschaftlichen und literarischen Lebens. Heute ist es ein von der Klassik Stiftung Weimar betriebenes offen zugängliches Museum. Am letzten Tag unserer Exkursion rückten dann die negativen geschichtlichen Aspekte in den Vordergrund. Morgens nach dem Frühstück verließen wir Weimar und besuchten die 8 km entfernte KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Vor Ort ließen wir zunächst einen Film über das Konzentrationslager Buchenwald auf uns wirken, in welchem sich u.a. Zeitzeugen und Überlebende der Massenmordszenerie zu der damaligen Situation äußerten. Zuletzt betrachteten wir den Appellplatz und das Krematorium, welches jährlich restauriert wird, um die Qualität der Verbrennungsöfen zu erhalten und somit die Authentizität der Öfen zu gewährleisten. Wir sahen uns ebenfalls das zentrale Denkmal der Gesamtheit aller Menschen an, welche in Buchenwald damals ums Leben kamen. Dieses Denkmal besteht aus einer Metallplatte, in die alle betroffenen Nationalitäten hinein graviert sind. Jede Gravierung wird unterhalb der Platte mit 37°C beheizt (also Körpertemperatur), sodass beim Berühren der Platte diese Wärme zu verspüren ist. Dies dient der Demonstration der Gleichheit aller Menschen, denn wir alle haben dieselbe Körpertemperatur, wir sind alle Menschen und keiner sollte anders behandelt werden, aufgrund einer anderen Herkunft, Religion oder politischen Meinung.Abschließend kann man sagen, dass wir alle viel aus dieser Exkursion mitgenommen haben und dass Weimar uns viele bleibende Eindrücke nicht nur über Goethe und Schiller verschafft hat, sondern auch über die schrecklichen Dinge, die später unmittelbar in der Nähe in Buchenwald passiert sind.                05.02.20/Anika Kloodt und Dustin Müller