Ein Stahlträger im oberen Klassentrakt des neuen Anbaus erschien einem Hausrotschwanzpärchen offensichtlich als der ideale Nistplatz. Warum auch nicht? Penthouseähnliche Aussicht, stabiler Untergrund, windgeschützte Lage und keine Katzen. Für diesen „Wohnkomfort“ nahm das Vogelpärchen anscheinend gern Baulärm und Staub in Kauf. Mitte Mai aber wurden die heimlichen Halbhöhlenbrüter von den Bauarbeitern, die den Stahlträger verkleiden wollten, entdeckt. Frau von Hoerschelmann und Frau Dierschke begutachteten daraufhin die Kinderstube und fanden vier Jungvögel im Flüggestadium. Einer hatte bereits den Sprung aus dem Nest gewagt und wird am Boden gefüttert. Frau von Hoerschelmann entschied sich deshalb kurzerhand für einen kleinen „Shutdown“ des Klassenzimmers: Die Arbeiten werden vorübergehend etwas eingeschränkt. So können sich die Jungen in den nächsten Tagen in Ruhe auf ihren ersten Flug ins Leben vorbereiten.                Rs, 21.Mai 2020